Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündung

Die Mittelohrentzündung ist eine akute Erkrankung des Ohres und wird meist durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Besonders häufig betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder, aber auch Erwachsene können an einer Mittelohrentzündung erkranken. Sie tritt meist nach einer Erkältung auf und ist mit heftigen Schmerzen verbunden. In der Regel heilt sie nach einigen Tagen folgenlos ab.

Wie ist das Ohr aufgebaut?

  • Das Ohr besteht aus dem äußeren Ohr, dem Mittelohr und dem Innenohr. Das Mittelohr wird durch das Trommelfell vom äußeren Ohr getrennt. Es ist ein luftgefüllter Raum, in dem drei winzige Gehörknöchelchen liegen. Diese Gehörknöchelchen übertragen die Schallwellen vom Trommelfell auf das Innenohr, wo der eigentliche Hörvorgang stattfindet. Daneben ist das Mittelohr über einen schmalen Gang mit dem Rachen verbunden.

Was ist eine Mittelohrentzündung?

  • Für eine Entzündung des Mittelohres sind in 60 Prozent der Fälle Bakterien verantwortlich, in 40 Prozent der Fälle Viren. Neben Ohrenschmerzen kommt es zu einer Schwellung und Rötung der Schleimhaut des Mittelohrs. Häufig ist von der Schwellung auch der Verbindungsgang zum Rachen betroffen, sodass Flüssigkeit und Schleim nicht mehr über diesen Gang ablaufen können und sich im Mittelohr ansammeln. Ist dies der Fall, kann es zu einem Riss im Trommelfell kommen, sodass die Flüssigkeit nach außen abläuft. Der Riss heilt in der Regel folgenlos ab und die Ohrenschmerzen lassen nach.

Wie macht sich eine Mittelohrentzündung bemerkbar?

  • Typischerweise tritt eine Mittelohrentzündung nach einer Erkältung auf. Kinder werden quengelig und haben keinen Appetit. Ohrenschmerzen treten meist erst später auf. Auch Fieber kann hinzukommen. Eine Hörminderung ist durch die Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr verursacht.
  • Treten beim Verdacht auf eine Mittelohrentzündung folgende Symptome auf, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden:
    • anhaltendes Fieber oder Verschlechterung des Befindens
    • Schmerzen oder Schwellung hinter der Ohrmuschel
    • Kopfschmerzen mit Erbrechen und Übelkeit
    • Krampfanfall
    • Benommenheit, Bewusstseinsstörungen

Was macht der Arzt?

  • Besteht der Verdacht einer Mittelohrentzündung, sollte der Arzt aufgesucht werden. Er untersucht den Betroffenen mithilfe eines Ohrenspiegels, um das äußere Ohr und das Trommelfell zu beurteilen. Auch eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr kann er durch das intakte Trommelfell hindurch sehen und so eine Mittelohrentzündung feststellen.

Therapie einer Mittelohrentzündung

  • Meist ist bei einer Mittelohrentzündung eine Behandlung der bisweilen heftigen Schmerzen und des Fiebers ausreichend. Gut geeignet sind Schmerzmittel, die Paracetamol oder Ibuprofen enthalten. Die Schmerzen und das Fieber sollten so nach 24 Stunden deutlich abgenommen haben. Andernfalls wird der Arzt in der Regel ein Antibiotikum verschreiben.
  • Abschwellende Nasentropfen stellen die Verbindung zwischen Mittelohr und Rachen wieder her und sorgen so für eine bessere Belüftung des Mittelohres. Ohrentropfen sind bei einer Mittelohrentzündung wirkungslos, da sie das Mittelohr nicht erreichen können.
  • In der Regel heilt die Mittelohrentzündung nach etwa vier Wochen komplett aus.
  • Der Arzt wird oft im Anschluss an eine Mittelohrenzündung einen Kontrolltermin empfehlen. In seltenen Fällen kann die Hörfähigkeit unter der Entzündung leiden.

Meist verläuft die durch Bakterien oder Viren verursachte Mittelohrentzündung ohne Komplikationen. Sie tritt oft nach einer Erkältung auf und heilt folgenlos aus. Fieber und Schmerzen können mit rezeptfreien Schmerzmitteln aus der Apotheke behandelt werden. In manchen Fällen ist eine Behandlung mit einem Antibiotikum nötig.